Gemeinsames Lernen


Leitideen

Alle Mitglieder der Schulgemeinschaft (Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und Eltern) akzeptieren die heterogene Zusammensetzung der Schülerschaft in Bezug auf Leistung, Herkunft und Anschauungen. Diese Akzeptanz des Andersseins ermöglicht es Schülern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf, gemeinsam zu lernen. Alle Schüler profitieren von dieser Lernatmosphäre. Sie erfahren eine Steigerung ihres Selbstbewusstseins und Selbstwertgefühls durch Erfolgserlebnisse auf der Basis von Lernangeboten, die dem individuellen Leistungsstand angepasst sind. Des Weiteren erhalten sie im rücksichtsvollen Umgang und in der gegenseitigen Unterstützung die Möglichkeit, ihre Sozialkompetenz zu erweitern.

Förderdiagnostik
Vor dem Übergang zur Schule am Hexbachtal nimmt das Lehrerteam der zukünftigen Klasse Kontakt zu den Grundschulen auf, um den individuellen Entwicklungs- und Leistungsstand aller Schüler in Erfahrung zu bringen und einen sanften Übergang an die Schule am Hexbachtal zu ermöglichen (siehe „Sanfter Übergang“). Um den aktuellen Leistungsstand zu Beginn des Schuljahres zu bestimmen, werden verschiedene Testverfahren durchgeführt, um individuelle Fördermaßnahmen für alle Schüler festlegen zu können.
Regelschullehrer und Förderschullehrer schauen gemeinsam auf alle Schüler, um die Stärken und Schwächen festzustellen. Dabei hilft der unterschiedliche Blickwinkel und die unterschiedliche Profession, eine umfassende Diagnostik zu erstellen. Hier kommen sowohl standardisierte Verfahren als auch informelle Tests und gezielte Beobachtungen zur Anwendung. Aus der Diagnostik ergeben sich vielfältige Möglichkeiten zur Differenzierung und Individualisierung, wobei alle Schüler von handlungsorientierten Förderschulmaterialien profitieren. Der Entwicklungsstand aller Schüler wird regelmäßig im kleinen Team evaluiert. Weiterhin finden zweimal jährlich große Konferenzen statt, an denen alle Beteiligten  (in der Orientierungsstufe werden beispielsweise die Lehrer der abgebenden Schulen eingeladen) die Entwicklung der Schüler besprechen, hierbei wird über die Einrichtung oder die Beendigung notwendiger pädagogischer Maßnahmen entschieden.

Flexibilität
In allen Hauptfächern unterrichten Regelschullehrer und Förderschullehrer gemeinsam, so dass jederzeit auf individuelle positive oder negative Entwicklungen reagiert werden kann. In den übrigen Fächern wird weitgehend in Teams aus zwei Hauptschullehrern gearbeitet. Die Zuständigkeitsbereiche der Lehrer für alle Schüler sind dabei fließend.

Es gibt keine festen Fördergruppen, alle Schüler haben bei Problemen die Möglichkeit, Unterstützung und Förderung zu erhalten. Ebenso flexibel und durchlässig wird auf Stärken und positive Teilleistungen der einzelnen Schüler reagiert, indem sie in diesen Bereichen individuell gefordert und gefördert werden. So hat jeder Schüler die Möglichkeit, sich in der Lerngruppe differenziert darzustellen. Festschreibungen auf einen bestimmten Schülerstatus werden vermieden, jeder Schüler kann sich Anerkennung für seine Fähigkeiten erwerben.
Zur konzeptionellen Planung und Gestaltung des Unterrichts sind in allen Jahrgangsstufen regelmäßige Gespräche vorgesehen.
Die Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf arbeiten möglichst nah an den Inhalten der Hauptschule, um so eine Durchlässigkeit zu gewährleisten. Zum Ende des Schuljahres wird für sie ein Entwicklungsbericht erstellt, der die Fortführung oder das Aufheben des sonder-pädagogischen Förderbedarfs empfiehlt.

Berufsorientierung der Schüler mit besonderem Förderbedarf
Die Schule am Hexbachtal verfügt über ein sehr gutes Konzept zur Berufsorientierung und Berufsfindung. Es steht ein großes Angebot an Maßnahmen und Modulen zur Verfügung, das zunächst allen Schülern ermöglicht, ihre eigenen Kompetenzen, Stärken und Schwächen kennen zu lernen. Vor allem Schüler mit besonderen Bedürfnissen finden in den vorliegenden Maßnahmen Unterstützung und Förderung, die ihren individuellen Besonderheiten Rechnung tragen. Sie nehmen an Angeboten zur Kompetenzfeststellung und beruflichen Orientierung teil und werden engmaschig durch die Kompetenzagentur und die Berufseinstiegsbegleiter unterstützt (siehe „Projekte“).
Darüber hinaus werden spezielle Maßnahmen für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf durchgeführt. Im Projekt ILJA (Integration lernbehinderter Jugendlicher in Arbeit) werden Schülerinnen und Schüler mit dem sonderpädagogischen Förderbedarf Lernen durch intensive Begleitung an die Arbeitswelt herangeführt. Kernpunkt dieses Projektes sind „Lotsen“, die die Schüler über mehrere Monate hinweg – auch über das Ende der Schulzeit hinaus - begleiten. Des Weiteren findet eine enge Kooperation mit der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) statt, so dass auch Schüler, die sich nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt positionieren können, einer beruflichen Tätigkeit nachgehen können.


   
 
 
 
 
Schule am Hexbachtal | Borbecker Straße 86-92 45475 Mülheim/Ruhr | Tel.: 0208 - 740 494-0