Streitschlichtung an der GHS Dümpten

Argumente statt Fäuste

 
So fängt es meistens an ...
 
 
 

Zwei Dickköpfe stehen sich auf dem Schulhof gegenüber. Ein Wort gibt das andere, keiner will nachgeben. Die „Zuschauer“ heizen den Streit noch an: „Hau ihm (oder ihr) doch eine ...!“

Und irgendwann läuft dann tatsächlich Blut aus der Nase oder eine Lippe wird dick ...
Eine fast alltägliche Situation auf unseren Schulhöfen. Wenn die Worte ausgehen, gilt das Gesetz des Stärkeren. Natürlich greifen wir Lehrer ein, beenden solche Streitereien. Aber auch wir sind hier wieder die „Stärkeren“ – im Zweifelsfall geht Autorität vor Argumentation. Nicht immer wollen die Streitenden sich wirklich an den Kragen. Und oft möchten sie – auch wenn es bereits zu Tätlichkeiten gekommen ist – aus dieser Situation ohne Gesichtsverlust wieder hinausfinden. Doch meist sind unsere Schülerinnen und Schüler damit überfordert. Sich länger dahinziehende „Fehden“ mit wiederholten aggressiven Ausbrüchen sind nicht selten die Folge.

... aber auch so kann es enden

Einen Ausweg zeigen hier die sogenannten „Streitschlichter“. Dies sind speziell auf diese Aufgabe vorbereitete Schülerinnen und Schüler, die den Kontrahenten bei der Beilegung ihrer Streitigkeiten helfen. Statt einer Schlichtung „von oben“, durch die Lehrer, wird die Auseinandersetzung mit Argumenten beendet, die die Schülerinnen und Schüler selbst gefunden haben.

Wie läuft eine Streitschlichtung ab?

Voraussetzung für eine erfolgreiche Streitschlichtung ist, dass die Streitenden sich freiwillig auf den Prozess der Schlichtung einlassen. Die Schlichtung läuft nach einem festgelegten Ritual ab:

  • Die Streitenden suchen die Streitschlichter auf.
  • Jeder der Streitenden schildert den Konflikt aus seiner Sicht.
  • Sie versuchen dann, sich in die Situation des anderen hineinzuversetzen.
  • Gemeinsam mit den Schlichtern wird ein „Vertrag“ ausgehandelt.
  • Nach zwei Wochen wird gemeinsam überprüft, ob der Vertrag eingehalten wurde.


    Wie wird man Streitschlichterin oder Streitschlichter?

Schülerinnen und Schüler, die zum Streitschlichterteam gehören wollen, werden auf diese Aufgabe im 9. Schuljahr in einer AG vorbereitet. Die Schlichter werden von Lehrerinnen und Lehrern ausgebildet und regelmäßig begleitet. Auf diese Aufgabe bereitet sich seinerseits im Moment ein großer Teil des Kollegiums unserer Schule in Fortbildungen vor. Damit Streitschlichtung funktioniert, muss das Prinzip möglichst vom gesamten Kollegium unterstützt und getragen werden.
Die Schülerinnen und Schüler, die als Schlichter tätig waren, erhalten zusätzlich zu ihrem Zeugnis hierüber ein Zertifikat, das bei Bewerbungen ein wichtiges Indiz für den Arbeitgeber über erworbene soziale Kompetenz ist.
Soziales Lernen in Klasse 5

Eine konstruktive Konfliktbearbeitung setzt voraus, dass soziales Lernen in unterschiedlichsten Formen ein durchgängiges Prinzip des Unterrichtes ist. Dieses soziale Lernen beginnt in der Jahrgangsstufe 5 und endet mit der Entlassung der Jugendlichen von der Schule.
Die 5. Klassen kommen mit den unterschiedlichsten Vorerfahrungen aus vielen verschiedenen Schulen und dort aus unterschiedlichen Klassen. Aus dieser Situation ergibt sich die besondere Herausforderung, eine Gemeinschaft zu bilden, in der die einzelne Schülerin / der einzelne Schüler im Idealfall sechs Jahre verweilt.
Das Streitschlichterprogramm unterstützt auf vielfältige Weise diesen Prozess der Bildung einer Gemeinschaft. So lernen die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel, Konflikte anders als in für sie bisher gewohnter Weise zu lösen. Viele spielerische Elemente stärken das Prinzip, gemeinsam Lösungen in Konfliktsituationen zu finden.

Was ist Streitschlichtung?

In unserer Gesellschaft und in der Arbeitswelt wird neben dem Wissen der klassischen Schulfächer immer mehr Wert auf soziale Kompetenzen wie z. B. Teamfähigkeit und die Fähigkeit zur Auseinandersetzung verlangt. So greift die Streitschlichtung eine Situation auf, die die Schüler nicht nur auf dem Schulhof und in ihrem Alltag erleben, sondern die ihnen auch später immer wieder begegnen wird. Den Schülern wird dadurch die Gelegenheit gegeben, die oben genannten Fähigkeiten zu trainieren. Streit wird nicht als unlösbares Problem gesehen, sondern als Möglichkeit der aktiven und konstruktiven Auseinandersetzung. Es regiert nicht nur das Gesetz des Stärkeren.

 



 

 



 
 
 
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